Fuerteventura - ESP

Am 06.06.2009 ging unser Flug nach Fuerteventura, 3 Wochen lagen vor uns und wir hofften auf beständigen und andauernden Wind Tag für Tag. Den ersten Schreck gab es, als unser Air Berlin Flug gestrichen und auf Condor umgebucht wurde, natürlich ohne Umbuchung des Surfmaterials. Ein kurzer Anruf und die Maschine hatte noch Platz für unseren Stuff. Erstmalig entschieden wir uns auch für ein privates Appartement um Land und Leute besser kennen zu lernen und dem üblichen Club-Tourismus zu entfliehen.

Erstaunlicherweise gab es keinen Stress beim einchecken des Surfmaterials (trotz erheblichem Übergewicht) und als unser Laptop die Sprengstoffüberprüfung positiv überstanden hatte konnten wir pünktlich abfliegen. Ankunft auf Fuerteventura, Koffer und Surfmaterial geschnappt und auf zur Autovermietung.

Nach vorheriger Recherche und Vorabbuchung online, können wir die Autovermietung „Payless“ sehr empfehlen, preiswert und absolut top in punkto Ausstattung und Zustand. Jetzt hofften wir nur noch, dass die Unterkunft auch das hielt was sie versprach. Das Appartement lag in der Anlage Hibiscus II, 5 Gehminuten von der Fuerte Action Bar entfernt, in der man Gratis WLAN nutzen kann. Es war ausgestattet mit allem was man braucht und das Beste war die 16qm Terrasse mit Blick auf die Bucht von Costa Calma, herrlich. Da wir ja erstmalig Selbstverpfleger waren, mussten wir uns erst einmal auf die Suche nach einem günstigen Supermarkt machen. Die Preisunterschiede der Supermärkte sind gravierend und der Sparmarkt entpuppte sich als Favorit. Der erste Abend ging mit einem zünftigen Abendessen mit Ziegenkäse, Oliven, Baguette und reichlich Havanna zu Ende.

Die folgenden 6 Tage wurden dann ausschließlich vom Windsurfen bestimmt. Nach entspanntem Frühstück auf der Terrasse hieß es Auto beladen und ab zur Düne nach Risco del Paso.

 

Segel zwischen 5.9 und 3.7 qm kamen zum Einsatz. Allerdings hatte der Wind nicht die Konstanz, auf die wir gehofft hatten. Er ist sehr partyfreundlich und meistens am späten Nachmittag am besten. Am Samstag nach einer Woche legte der Wind sich hin und wir entschieden uns für ein wenig Tourismus und Wellenreiten. Es ging zunächst nach Ajuy.

 

In dem kleinen Fischerdorf an der Westküste kann man super lecker einheimische Spezialitäten essen und dabei aufs Meer und gigantische Felsen schauen. Man hat hier Zugang zu gewaltigen, vom Meer herausgespülten Höhlen.  Zurück ging es dann über La Pared, mit Stopp zum Wellenreiten. Aber Achtung, hier niemals Wertsachen, besonders Geld, im Auto lassen, es sei denn ihr wollt es eh nicht mehr haben, denn man wird hier schnell von „Überflüssigem“ befreit.

 

Am nächsten Tag gab es dann wieder Wind für´s 4.7er und eine Abendsession mit Golito. Der Freestyle-Weltmeister war für ein Videodreh auf der Insel und knallte einen Into-into-into-Move nach dem anderen in die Bucht, beeindruckend.

Der Wind hielt bis Dienstag und es folgten dann drei windfreie Tage. In diesen Tagen hatten wir Zeit für den Norden der Insel, Wellenreiten und Abstecher in den Mittelteil.

 

 

Hier befinden sich die wichtigsten historischen Ortschaften Fuerteventuras – Antigua, Betancuria, La Oliva, Pájara und Tuineje. Bis heute sind diese alten Siedlungen Sitz von fünf der sechs Inselgemeinden – die sechste ist Puerto del Rosario, die Haupstadt Fuerteventuras.

 

Drei Tage waren dann auch lang genug ohne Wind und es ging dann moderat am Samstag mit 5.9 qm wieder los. Am Sonntag nach gelungener Session im Lagunenausgang passierte, was nicht passieren darf, Aufprall und eingeklemmter Nerv in Marcy´s Rücken. Also hieß es am Montag erst einmal einen Arzt finden, der Marcy wieder fit bekommt.  Der erste Anlauf war eine Praxis mit riesiger Reklame „Deutsche Klinik“. Diese entpuppte sich als der totale Reinfall, denn außer Spesen nichts gewesen, der Arzt ist kein Deutscher, sondern Ägypter und medizinisch bei uns auch durchgefallen. Glücklicherweise hörten wir am Strand von einem deutschen Arzt, der auch surft und fast täglich vor Ort ist. Eine Stunde später trafen wir Norbert, der uns in seine Praxis beorderte und Marcy in 1 ½ Tagen wieder surf-fit machte. Der Rücken wurde am Dienstag Nachmittag auch gleich mit dem 4.7er und 3.7er extrem geprüft und hielt.

 

 

Am Mittwoch gab es dann zum letzten Mal Wind, so dass wir Donnerstag und Freitag ausgiebig für´s Wellenreiten nutzen konnten. Leider vergehn auch drei Wochen schneller als man möchte und wir mussten zurück in den Alltag, heul.

Fazit: Der Passat auf Fuerte ist im Sommer nicht so konstant wie erhofft, aber die Windausbeute ist trotzdem perfekt. Das war bestimmt nicht unser letzter Besuch auf dieser Kanarischen Insel.