Jericoacoara

Abflug – Donnerstag, 26.01. – Hamburg (-2°) und gleichzeitig das letzte Mal Winterjacke. Mit Lufthansa ging es zunächst nach Frankfurt und dann direkt weiter (9h 30min) nach Fortaleza. Flieger gehen hier jeden Dienstag und Donnerstag zu passablen Preisen! Für unseren Flug haben wir 560 Euro plus 140 Euro Sportgepäck bezahlt.  Kleiner Reisetipp an dieser Stelle: Am Flughafen in Fortaleza Geld am ATM holen, da es in Jericoacoara keinerlei Möglichkeit gibt Geld abzuholen oder zu tauschen. Einzig allein der Supermarkt kann mit 10% Gebühr Bargeld auszahlen.

"Straßen" von Jeri
"Straßen" von Jeri

Von Fortaleza dauert der Transfer dann nochmal rund 4h. Am besten im Vorfeld einen 4x4 Pickup buchen (150 Euro pro Tour). Kurz vor Jericoacoara – liebevoll auch einfach nur Jeri genannt, wurde uns auch klar, warum nur Autos mit 4x4 Antrieb ihren weg dorthin antreten. Es geht durch Sanddünen und quer über den Strand, bis sich irgendwann eine kleine, paradiesische Stadt vor unseren Augen eröffnen sollte. Insgesamt 14 Tage  waren wir in der Poussada „Senzala dos Amigos“ zu Hause, welche mit voller brasilianischen Gelassenheit und freundlichem Personal jeden Tag zu einem Tag des Wohlfühlens machte. Es gibt unzählige sogenannte „Poussadas“, welche schlicht kleine Hotelanlagen sind. Es gibt sehr unterschiedliche Preisklassen, jedoch sollte sich bei unserer Poussada das Motto „klein aber fein“ bewehren. So wurde jeden Tag Frühstück im brasilianischen Stiel serviert – frisches Obst und gebratenen Eier inklusive!

Unsere Unterkunft für die 14 Tage
Unsere Unterkunft für die 14 Tage

Jeri – mehr als nur ein kleines Dörfchen, denn hier steckt eine geballte Power an Restaurants, Shops, Bars und vielen wunderschönen Plätzen. Erst nach mehreren Tagen haben wir den Überblick gewonnen und enddeckten stets neue Fassetten, die unsere Augen leuchten ließen. Spektakuläre Beleuchtungen und ein wunderschönes Ambiente machten die Stadt zu einer wahren Augenweide! Mitten im Sand gebaut, gibt es keine Straßen oder Gehwege und sowohl Restaurants als auch Shops sind umgeben von Sand. Bis spät abends ist hier immer etwas los – Livemusik, Straßenmärkte und Caipis für 3 Euro lassen jeden Stress vergessen. Am Wochenende ist richtig was los und die Leute feiern am Strand und Tanzen mit allem was sie haben.

Club Ventos
Club Ventos

Die Monate ab Februar, gelten eigentlich als sogenannte Regenzeit. Laut Wetterbericht steht auch jeden Tag ein Sonne/Wolken/Regen/Gewitter Mix im Netz. Vielleicht hatten wir da auch ein wenig Glück aber im Grunde konnte man bis auf die Sonne und ein paar willkommene Wolken alles andere vernachlässigen. Ein paar Regengüsse für 15 min - aber das war es auch schon. Auch windtechnisch ist dieser Abschnitt des Jahres einer der schlechteren. Zwar stehen 80% Wahrscheinlichkeit über 4Bft. im Internet, jedoch ist dieser Wind – aufgrund der Thermik - immer konstant da und die Tage an denen kleine Segel gefahren werden, sind eher rar. Auch hier waren wir wohl mit etwas Glück ausgestattet, denn Segel wie 5.2 und 4.6 konnten regelmäßig gefahren werden. An dieser Stelle sei gesagt, dass die Beste Zeit von Juli bis Dezember sei. Die stürmmischen tage mit Starkwind bis 30-40 Knoten muss man sich dann aber auch teilweise mit 200 Surfen auf dem Wasser teilen. Also am besten wird November/Dezember sein, da die Saison dann langsam ausklingt.

und der Blick vom Club Ventos aufs Wasser
und der Blick vom Club Ventos aufs Wasser

Surfen in Jeri ist ein Traum, durch die Gezeiten und den damit verbundenen starken Tidenhub, kommt es zu nahezu jeden Bedingungen. Mal ist es flach und perfekt für Freestyle oder  Freeride – kommt die Flut werden die Wellen sauber und laufen lang und weit in die Bucht hinein. Schöne Bedingungen um erste Wellenritte zu testen oder sich mit dem ein oder anderen Sprung mal einen Überblick zu verschaffen. Swell und Wind bestimmen jedoch auch hier, welche Art von Welle zu meistern sind. Für das drum herum ist die Surfstation Club Ventos eine hervorragende Station. Hier kann zu gezuckerten Preisen das Surfmaterial geliehen werden oder auch gelagert werden. Trotz alledem ist der Services und die Leute an der Station ein Traum und bietet für alle Nichtsurfer oder die, die grad keine Lust haben eine wunderbare Oase mit direktem Blick auf Wasser und alles was sich dort herum tummelt. Übrigens kann auch hier sehr gut mit dem SUP und Wellenreiter geübt werden. Im Frühjahr sind leider die Steine ein mittelgroßes Problem, da man diese bei Flut nicht sieht und wenn man sich die Formation nicht merkt, es schmerzhaft werden kann. Angeblich ist zur Hauptsaison dieses Bild Geschichte und die Steine mit Sand überspült. Um das herauszufinden müssen wir wohl nochmal dort hin. Es brauch übrigens auch keiner an einen Anzug denken – nein, auch kein Shorty. 30° lassen grad noch so das Trapez zu!

Was gibt es sonst so in und um Jeri?! Tja es gibt Touren mit Quads und Buggys, die euch zu Lagunen fahren, die auch sehr paradiesisch sind aber ein bisschen zu viel mit Tourismus zu tun haben. Wir haben beide Touren (Ost & Westtour) gemacht um auch mal raus zu kommen. Schon sehr schön aber meiner Meinung kein „muss man auf jeden Fall gesehen haben“. Preislich sind die jedoch kein Problem...sagte der Sohn. Ansosnten spielt das Leben am Strand, in den Gassen oder Bars von Jeri statt - einfach ein geniales Urlaubsfeeling.

 

Zusammengefasst - stellt euch ein ca. 1km² großes Dorf mitten in einer Dünenlandschaft vor, wo der Wind zur Hauptsaison immer bläst. Drumherum verzaubern Sandstrände und zahlreiche verwinkelte Gassen mit Bars und Restaurant das Leben in Jeri. Diese paradischen Zustände locken zur Hauptsaison natürlich viel Urlauber an. Will man es bisschen entspannter - lohnt sich ein Besuch vor und nach der Hauptsasion ... wo man dann aber Abstriche beim Wind machen muss.

 

 

Text: Sven
Foto: Henner